Teilnahme am Filmwettbewerb mit dem Film “Viel mehr als eine Stunde”

Liebe Welt da draußen…

Wettbewerbe fordern heraus und bringen manchmal Topf und Deckel zusammen. Ich bin vor einer Zeit über den Filmwettbewerb “Get involved” von Aktion Mensch / Die Gesellschafter gestolpert. Ziemlich genau zur selben Zeit habe ich Kontakt zum Berliner ambulanten Hospizdienst “Berliner Herz e.V.” aufgenommen, die Interesse an einem Film über ihr Projekt haben. Wie so oft, fehlt sozialen Initiativen einfach das Geld. Also habe ich kurzerhand entschlossen, eine Dokumentation über die ehrenamtlichen Familienbegleiter des Berliner Herz zu drehen, die sich mühevoll um Familien mit schwer und zum Teil unheilbar kranken Kinder kümmern.

Mit diesem Film beteiligen sich mein Kollege und Freund Stefan und ich nun beim Filmwettbewerb. Vielleicht gefällt euch der Film? Ganz unabhängig davon habe ich durch die Dreharbeiten etwas ganz entscheidendes gelernt: Ehrenamt ist die gesellschaftliche Stütze unserer immer kälter werden Welt. Es ist toll, dass Menschen ihre Zeit mit anderen teilen um von ihrer Kraft denen zu geben, die es gebrauchen können. Auch ich werde mich nun für das Berliner Herz engagieren. Eine tolle Einrichtung mit einer wundervoll wertschätzenden Hauptamtlerin, die die Familienbegleiter fordert und fördert und würdigt. Danke, dass ich diese Erfahrungen machen durfte.

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Ich bin der Welt abhanden gekommen…

Einen wunderschönen guten Tag allerseits,

hui ui ui, nun wird es Zeit. Monate sind an mir vorbeigezogen, Dinge sind am laufenden Band passiert, Entscheidungen haben sich reichlich ausgegoren und draußen ist es Herbst. Ich bin wieder da.

In den letzten Monaten war ich kräftig schwanger – drei Kinder sind geboren und haben laufen gelernt. Die 1000 guten Nachrichten sind erfolgreich, es macht Spaß positives Denken zu verbreiten und sich selbst daran jeden Tag neu zu erfreuen. Daran anknüpfend ist tausend³ entstanden. Mein Weg in die Selbstständigkeit – als Redakteurin und Texterin für den sozialen Bereich. Gefilmt habe ich mit Stefan jede Menge – und gemeinsam mit ihm und vielen anderen ist das Kind BergundHuegel Videoproduktion groß geworden.

Schaut euch um und lernt die Kinder kennen.. nett sind sie :-)

Ganz nebenbei habe ich Gedichte von Friedrich Rückert lieben gelernt, eines passt zu dem, wo ich die letzten Monate war. Viel Spaß damit und auf bald. Es wird nicht lange dauern :-)

Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben.
Sie hat so lange von mir nichts vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben.

Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält;
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

Ich bin gestorben dem Weltgewimmel
Und ruh’ in einem stillen Gebiet.
Ich leb’ in mir und meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied.

Friedrich Rückert

Der Sound meines Lebens

Seit Tagen mache ich eine Art Selbstexperiment: Ich teste den Einfluss von Musik auf mein inneres Empfinden. Ich laufe des öfteren die gleiche Strecke, stöpsel mir Musik in die Ohren, wähle aber jedes Mal andere Musik. Und es ist erstaunlich, was es bewirkt.

Ohne Musik kommt mir die Strecke trostlos vor. Ich kenne jede Ampel, weiß wo die besprühte Wand steht, die so trist aussieht, rieche schon drei Meter vor dem China Imbiss das olle Fett, sehe immer wieder in die leeren Gesichter der am Spielplatz sitzenden Obdachlosen. Ich fühle mich jedes Mal eingeengt, schuldig und hilflos zugleich. Es ist der Weg von der Arbeit nach Hause. Ich habe selbst einen langen Tag hinter mir, habe alle “Pflichten” erfüllt, und möchte nach Hause laufen, um runter zu kommen, abzuschalten, mich auszupendeln. Ohne Musik gelingt es mir selten.

Nun gehe ich die gleiche Strecke immer wieder mit Musik. Mal mit Enya, mal mit Coldplay, mal mit poetryclub, mal mit Madsen, mal mit Counting Crows, mal mit den Ärzten, mal mit Yann Tiersen, mal mit Madonna. Wow…. und der Effekt ist unglaublich. Je nach Musik, bemerke ich, wie ich anfange zu schlendern, anstatt zu hetzen, wie ich lächle, anstatt mich zu ärgern, wie ich mitsumme, anstatt zu schweigen, wie ich ein unglaubliches Gefühl von Freiheit empfinde, anstatt Enge zu spüren. Krass. Es ist also, als könne man seinem Leben seinen eigenen Sound geben. Das beweist mal wieder, welche emotionale Kraft Musik auf den Menschen hat. Oder nur auf mich? :-)

Nun muss ich los. Ans andere Ende von Berlin. Mein Sound für heute: poetryclub!