So…nun endlich wird es langsam heiß. Der Stefan und ich haben uns heute wieder getroffen und an einem unserer vielen kreativen Ideen weitergesponnen. Und ein Projekt ist jetzt soweit ausgetüftelt, dass wir nun damit loslegen möchten. Und heute verrate ich zum ersten Mal davon…
„Mein Blick auf Berlin“ ist ein Internet-Filmdoku-Projekt. In Kurzfilmen, Interviews, Porträts und Kurzgeschichten möchten wir neue Blickwinkel eröffnen und zum Verweilen in den Berliner Gesichtern einladen. Präsentiert in Themen-Monaten kann man auf www.mein-bab.de (noch offline) schauen und lesen, diskutieren und ankommen. Und das in dem Berlin, das man nur sieht, wenn man genau hinschaut.
Für die ersten Kurzdokumentationen (Drehzeit Juli bis August 2007) suchen wir noch Interviewpartner und Menschen, die wir filmisch porträtieren dürfen. Wir suchen besonders Menschen jeden Alters, die
- bald Vater werden
- aus dem Ausland nach Berlin ziehen
- bald ihren letzten Arbeitstag haben
- in Kürze einen Laden, eine Bar, eine Galerie oder etwas anderes eröffnen
- in der U-Bahn musizieren
- im Treptower Park die Blumem gießen
- in Köpenick Kanus verleihen
- …. oder oder oder…
Kurzum: Leute, die was zu erzählen haben von ihrem Blick auf Berlin zu den Themen
„Neu“, „Natur“ und „Musik“. Online gehen wird „Mein BaB“ vorr. im Spätsommer.
Wenn Ihr euch angesprochen fühlt oder jemanden kennt, der jemanden kennt, der
jemanden kennt… dann meldet euch mit eurer kurzen Geschichte und Kontakdaten bei
bindabei@mein-bab.de
Die Gruppe im StudiVZ: „Mein Blick auf Berlin“
(http://www.studivz.net/group.php?ids=7e4e6e45384cc06a)
Das Kurzkonzept
>>> Ihr vielen, die von ausserhalb hier mitlesen….<<<
was ist euer Blick auf Berlin???
Was habt ihr für Klischees und Vorurteile
Was begeistert euch und was verbindet ihr mit dieser Stadt???
Ich eröffne eine neue Kategorie: Hoch & Tief des Tages. Wir alle erleben jeden Tag Dinge im Priavtleben, auf der Arbeit, mit Freunden, die uns beschäftigen. Sie erfreuen uns und bringen Glück oder sie belasten einen und bringen einen richtig auf die Palme. Ist es nicht schön, wenn man über Kilometer hinweg diese Hoch & Tiefs teilen kann? Wenn man sie loswerden kann und dann kann man sich anrufen und sagen: „WAAAAS ist dir denn da heute passiert????“ Oder man kann hier drüber diskutieren, ob es wirklich ein Hoch oder Tief war…. spannend
Ich fange heute an. Kurz und knapp:
Tief des Tages:
Eine Bekannte hat heute morgen erfahren, dass sie schwanger ist. Sie wird sich gegen das Kind entscheiden und einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Das hat mich sehr berührt und beschäftigt, da es ein so wahnsinnig moralisches Thema mit sämtlichen Für & Wider ist. Da ich diese Bekannte sehr schätze, hat mich das heute doch sehr schockiert und für kurze Zeit mächtig aus der Bahn geworfen.
Hoch des Tages:
Ich habe heute um 20:50 Uhr noch ganz spontan einen Noresund-Tisch für den Balkon bei Ikea gekauft. Hat nur 10 Euro gekostet und sieht super aus. Das war suuuuuuper spontan und spontane Einkäufe machen einen glücklich. Jetzt haben wir einen Tisch. Juhu!
Und ihr? Was sind so eure Höhen und Tiefen? Ich bin gespannt…
Am Wochenende war es wieder soweit: Ich war in der Heimat. Man fährt hin, hat Termine, trifft Menschen. Man fühlt sich als Besuch und herzlich empfangen, frei und vertraut. Man erlebt die Familie und Freunde in enger Harmonie mit ihrem Zuhause. Dann kehrt man zurück und ist für ein paar Stunden völlig zerstört, innerlich zerrissen, wankend, welche Hand man ergreifen soll, die an den eigenen Armen klammert. Und dann im Securitybereich am Flughafen macht es „PENG“ und die Tränen schießen einem in die Augen. Man ist alleine und geht zurück in die Ferne. Und keiner kann es richtig verstehen. Das Herz verkrampft sich für einige Zeit, der Klos im Hals wird spürbar unangenehm und man hält den Kopf in den Händen, die Hände im Schoß und den Schoß unter der Tasche. Auf den Besucherstühlen in der Abfertigungshalle ist man mit diesem Gefühl nicht alleine. Da sind einige in tief melancholischen Gedanken versunken, ringen mit ihren Tränen oder lassen sie einfach laufen. Es herrscht eine frei gewählte Traurigkeit. Dann hebt man ab, schaut dem Dom und dem Rhein noch so lange hinterher, bis sich die Wolken darüber schieben und dann kehrt sich das Gefühl in einem. Man schaut nach vorne, ist innerlich neugierig, was einen wieder erwartet und auf einmal beruhigen sich Herz und Kopf. Die Arme, die an einem zerren, liegen hinter einem und die Sehnsucht nach der Heimat macht sich als etwas friedliches in einem breit. Von Augustinus stammt das Zitat „Die Sensucht gibt dem Leben die Tiefe“ – ein wundervoller Satz voller Wahrheit. Seitdem ich meine Heimat verlasen habe, blicke ich ganz anders auf die Menschen, die dort noch leben, die Ereignisse, die dort geschehen, auf die Gespräche, die dort geführt werden. Ich habe gelernt zu vermissen, Beziehungen zu pflegen, sich in Geduld zu üben und Familie als Halt zu genießen. Die Arme, die an mir zerren, werden immer schwerer, aber sie tun mir nicht gut. Denn sie zerren an der Person, die sie haben gehen lassen. Ohne zu schätzen, was sie heute erfüllt. Die Sehnsucht wäre weg, wenn man wieder zurückginge. Dann wäre alles leicht und oberflächlich, unintim und transparent. Ohnehin wäre nichts mehr so, wie es mal früher war. Die Zeit rennt mit uns. So lebe ich mit der Tiefe im Leben und warte auf den Tag, an dem sich meine Sehnsüchte erfüllen… Bis dahin bleibt Heimat ein Gefühl. Man kann es nur in Gedanken leben.