Kerstin Müller

Ich bin dann mal weg…

So…. in ner Stunde geht der Zug nach Köln und morgen der Bus nach Holland. Ich mache zwei Wochen Urlaub. Oder naja…ich fahre weg. So ist es realistischer. 31 Kinder warten darauf, zwei Wochen bespaßt zu werden. Man stelle hier nicht die Frage, warum ich das mache…manchmal machen Menschen etwas, ohne darüber nachzudenken. Und vielleicht sind das die schönsten Dinge im Leben. Da sie überraschend schön werden, nachhaltig wirken oder unbedingt zu tun waren, da die Psyche es gebrauchen kann. Who knows?!

Auf jeden Fall kann es nicht schaden, mal zwei Wochen aus der bierernsten und viel zu stressigen Erwachsenen- und Arbeitswelt auszubrechen und mal wieder Völkerball zu spielen und Freundschaftsbändchen zu knüpfen *lach*. Das erwartet mich wirklich?? Ähm… ich bin dann mal weg!

Habt eine schöne Zeit!


Posted in Tagebuch

Gegenüber

Wer mich kennt, weiss, dass meine absolute Leidenschaft den Berliner Bussen und Bahnen gehört. Keine Ahnung, ob es an den DB-Genen meines Vaters liegt oder ob ich es aus Kommunikationssicht einfach nur faszinierend finde. Prinzipiell ist es ja auch egal. Busse und Bahnen sind einfach mehr als Transportmittel. Sie sind soziale Orte, an denen fremde Menschen sich einen kleinen, sauerstoffarmen Raum teilen – teilen, um gemeinsam aber einsam zu denken, trauern oder träumen.

Als Vorarbeiten zu einer Projekt-Idee sind in meiner Schublade Texte entstanden… einen poetischen ziehe ich heute mal hervor. Eine Beschreibung einer Situation, wie sie alle kennen müssten, die nicht mit dem Auto unterwegs sind…

Viel Spaß damit und gerne Feedback!

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Gegenüber

_Schnell
rast das Leben an mir vorbei.
Es stoppt, geht weiter.
Mal schnell, mal langsam.
Ich sitze verkrampft da,
die Hände im Schoß zusammengefaltet.

_Alleine
bin ich nicht.
Auf der Reise von A nach B,
begleitet von vielen anderen Menschen
auf engem Raum
alle um mich herum.
Sie sind so fremd.

_Gegenüber
von mir sitzt ein junger Mann.
Er schaut mich an.
Ich kann es sehen, im Fenster.
Ich schaue zurück.
Meine Hände schwitzen.

_Schön
sieht er aus, hübsches Gesicht.
Wie mag er heißen, wie alt ist er?
Unsere Blicke treffen sich.
Immer wieder neu.
Ein kurzes Lächeln,
er hat Grübchen dabei.

_Unsicher.
geh ich mir durchs Haar,
schaue heraus.
Er schaut mich noch immer an,
ich spüre es, gucke aber nicht hin.
Stattdessen suche ich meine Uhr.

_Bilder
malen meine Gedanken.
Ich sehe ihn und mich am Abend.
Trinken -lachen – tanzen.
Er ist bestimmt höflich.
Und einen guten Stil hat er auch.
Er gefällt mir.

_Immer wieder
treffen unsere Blicke sich.
Mal kurz, mal länger.
Das Lächeln hält an,
jetzt lächle auch ich.
Es kommt mir ewig lange vor.

_Lange
muss ich nicht mehr fahren.
Zwei Stationen, dann bin ich da.
Ich möchte raus.
Nein, möchte ich nicht.
Wie heißt er bloß?
Ich sag jetzt einfach was.

_Direkt
in die Augen schaut er mir nun.
Sein Mund bleibt stumm,
seine Hände wippen auf den Beinen.
Ich schlucke tief,
mein Atem verstummt für kurze Zeit.

_Fragen
schießen durch meinen Kopf.
Spreche ich ihn an?
Sage ich gleich Tschüß?
Bleib ich einfach sitzen und warte ab?
Wäre ich überhaupt sein Typ?
Wie ist wohl seine Stimme?

_Unangenehm
wird mir die Situation.
Ich öffne meinen Mund,
hole tief Luft.
Ob er mich atmen hören kann?
Mir ist heiß.

_Stop
habe ich gedrückt.
Nachgedacht habe ich nicht.
Ein Reflex- ich stehe auf.
Tief schauen wir uns in die Augen.
Seine Hände scheinen etwas sagen zu wollen.
Dann bin ich raus.

_Draußen
blicke ich zur Seite.
Wo mag seine Reise enden?
Mein Herz läuft und läuft.
Meine Beine nicht.
Ich stehe da.
Ich bin verwirrt.

_Vorwürfe
mache ich mir.
Schon wieder nichts getan.
Er hat auch nichts gesagt.
Einfach wäre es gewesen.
Vielleicht wären wir bald ein Paar.
Wahrscheinlich aber nicht.

_Lächelnd
denke ich darüber nach.
Mein Körper ist nicht mein Kopf.
Die Stille zwischen ihm und mir,
sie war so intensiv,
Nahrung für meine Gedanken.
Appetit habe ich bekommen.

Morgen sitze ich wieder in der U5.
Und schaue mich um.

Wem es gefällt: Hier das Gedicht as PDF downloaden.


Schreiben fürs Reden…Reden schreiben

Ein neuer Einblick in die Arbeitswelt von Bundesministerium und Stiftungswesen…

Hier eine aktuelle Reportage von einer gestrigen Preisverleihung. Das war das bisherige Highlight meiner Arbeit. Es wurden 4 Reden gehalten, zwei habe ich geschrieben. Es wurden 10 Lobreden vorgetragen, alle aus meiner Feder. Das war mal ein ganz anderer Blickwinkel… sonst schreibe ich Reportagen, neuerdings auch Reden. Das macht Spaß. Man darf halt nicht drüber nachdenken, dass die Menschen, für die man diese Reden schreibt, das 5-fache von einem selber verdienen und eigentlich fürs Hand-Shaking bezahlt werden. Egal, dafür können sie nicht schreiben… und auch nicht immer gut reden :-)

Irgendwann kommt also meine Zeit… hehe.

Reportage „Wir wollen bleiben“… Ostdeutscher Ideenwettbewerb mit Ideen gegen Abwanderung“

Eigentlich gut, dass die lieben Politiker nun ihre Nebentätigkeiten preisgeben müssen… vielleicht werden ja langsam mal realistischere Mandatsbezüge ausgerechnet und über die Höhe von Mindestlöhnen von „Normalsterblichen“ spekuliert. Was meint ihr? Wie findet ihr das Urteil der Karlsruher Richter?