Kerstin Müller

Kleines Update

So…manche Sonntage eignen sich ja mal zum Aufräumen. Nicht nur real, sondern auch virtuell. Hab hier mal ein bisschen neu sortiert und dem ganzen etwas Struktur verpasst. Damit sich auch „Blog-Fremde“ besser zurechtfinden.

An meiner Blog-Statistik kann ich sehen, dass täglich zwischen 8 und 30 Menschen hierhin surfen und mitlesen. So, nun mal raus mit der Sprache. Wer gehört zu den heimlichen Mitlesern? Ich finde es weniger interessant, aus meinem Leben monolog-artig zu berichten – viel interessanter finde ich die Dialoge darüber, was andere Menschen über ähnliche Situationen, Gedanken und Anliegen denken.

Also raus mit der Sprache… wer liest hier heimlich mit? Name, Wohnort und vielleicht eine Antwrt auf die Frage: Was ist für dich die schlimmste Schlagzeile aus den vergangenen 14 Tagen?

In großer Vorfreude…

Schönen Sonntag noch!

Ach so:

Kerstin, Berlin – schlimmste Schlagzeile der letzten 14 Tage: Hetzjagd auf Inder in Mügeln. Hinterlässt bei mir die Frage: In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich und warum kann sich heutzutage so manifester Rechtsextremismus überhaupt noch bilden??


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Und plötzlich war es da…

Guten Abend!

Was ist für euch eigentlich Glück? Seid ihr momentan glücklich? Was braucht ihr, um glücklich zu sein?

Ich hatte heute einen Tag voller Glück. Nein, genauer – voller Glücksgefühlen. Und das ganz einfach so. Ich habe es nicht gesucht, nicht darauf gewartet. Ich habe es einfach gefunden und genossen. Es waren ein paar kostbare Stunden, in denen ich es geschafft habe, die Denkmaschine Kopf auszuschalten und mich einfach mit dem Strom des Tages mitziehen zu lassen. Na ja, schlendern könnte man es eher nennen. Ich habe mich einfach alleine auf den Weg gemacht. Der Sonne entgegen. Habe in Kirchen gesessen und Eis gegessen. Habe in Büchern gelesen und auf Wiesen gelegen. Ich habe Dinge total anders wahrgenommen als sonst. Klarer. Friedlicher. Intensiver. Bunter. Ruhiger. Und das aber nur, weil ich im Einklang mit mir selber war. Also, ich habe einen Draht zu Komplizierten… was ich sagen will: Wenn man tief in sich selber horcht und mit sich zufrieden ist, dann öffnet man Türe und Tore in einem – besonders im Herzen – und dann kann auf einmal alles Positive von draußen in einen reinströmen und es fühlt sich gut und schön und beruhigend an. Ich habe heute gelesen, dass Glück allerdings nicht im Herzen entsteht, sondern im Gehirn. Dort werden Botenstoffe gebildet, die bestimmte Hormone austoßen und die Endorphine im Blut anregen ein bisschen umherzutanzen. Also gibt es sie, die Verbindung zwischen einfach mal mit dem Denken aufhören und absolut glücklich sein. Interessant. Es ist also relativ unspannend wie mein Tag heute war, ich möchte nur appellieren: Schaltet am Wochenende den Kopf aus und öffnet eure Türen und Tore… und lasst es rein und begrüßt es feierlich: Das Glück! :-) Tataaaaaaa!


Warum Ferienfreizeiten das Leben schöner machen…

Guten Tag liebe Leserschaft :-)

Seit einer Woche bin ich zurück aus Holland. Nach 3 Jahren des Untertauchens habe ich in diesem Jahr noch einmal für die KJG-Sindorf (Katholische Junge Gemeinde) in meiner Heimat eine Ferienfreizeit – ein kleines Sommerlager – geleitet. 31 Kinder, 6 Betreuer und zwei Köchinnen waren mit von der Partie und meine Begleitung für zwei Wochen in Breda in den Niederlanden. Gut, nun kann man fragen: Warum um Gottes willen macht man so etwas, wenn man eh nur 26 Tage Jahresurlaub hat und seit 5 Jahren nicht mehr zu Hause wohnt. Weil es Spaß macht und mehr Abwechslung in dein Leben bringt, als jede freie Minute an einem überfüllten europäischen Strand, könnte die Antwort lauten. Kinder sind toll. Unkompliziert. Kreativ. Unvoreingenommen. Bedingungslos ehrlich. Es macht einfach Spaß, sich in das Leben dieser 9 bis 13 Jährigen einzuklinken und sich von ihnen raus aus der rationalen und rein in die unpeinliche Welt katapultieren zu lassen. Mal wieder selber Kind sein, ohne beäugt zu werden – das ist der eine Gewinn, den man mitnehmen kann. Sich selber mal nicht so ernst nehmen – das ist der Luxus, den man sonst kaum mehr geboten bekommt. Ferienfreizeiten mit Kindern sind einfach Tage und Wochen der Irrationalität. Man lässt sich Gipsmasken machen, tanzt als Pirat verkleidet durch den Garten, pisst sich bei der Nachtwanderung fast in die Hose und isst Kartoffelpüree mit Rührei zu Mittag. Ganz nebenbei lebt und erlebt man Gemeinschaft, Teamgeist und saugt Soft-Skills auf, die einem im Arbeitsleben meistens kaum abverlangt werden. Man hat Spaß und verbreitet Spaß. Und das honorieren einem die Kinder durch ein Lächeln oder eine Umarmung. Manche auch durch kleine Briefe.

Aber man darf auch die andere Seite nicht vergessen. Durch dieses ehrenamtliche Engagement, sich für zwei Wochen auf wildfremde Kinder einzulassen und ihnen einen schönen Urlaub zu bieten, kommt man nah ran an das, was Kind-sein im Jahr 2007 bedeutet. Man kann sich reinzoomen in kleine Kinderseelen und als neutrale Person mal den Seelenmülleimer spielen, den viel zu viele Kinder leider schon benötigen. Unglaublich, wie sehr Scheidungskinder schon mit 9, 10 Jahren zerrissen sind und unter der Trennung der Eltern leiden. Unglaublich, wie hochbegabte Kinder dir das Leben erklären und Fragen stellen, sie bislang keiner beantworten konnte. Unglaublich, wie sehr Bildung und Schule das Leben der Kids bestimmt und wie sehr Stereotype schon an ihnen kleben. Man hat die Chance, zwei Wochen alles aufzubrechen und den Kindern völlige neue Möglichkeiten der Selbstwirksamkeit zu bieten. Scheidungskinder treten plötzlich als Streitschlichter auf, Hochbegabte powern sich beim Sport mal endlich richtig körperlich aus, schüchterne Nesthäkchen genießen das Rampenlicht bei einem Showabend. Wahnsinn, was man Kindern an einfachsten Ideen bieten kann, um etwas in ihnen zu fördern, was vielleicht sonst nie vorangetrieben wird.

Ferienfreizeiten sind richtig und wichtig und jeder sollte mal eine erlebt habe. Bei mir war es die neunte. Die zehn mach ich noch voll :-)

Liebe Leute da draußen, die noch nie in ihrem Leben eine Ferienfreizeit mit Kindern unternommen haben… macht es und genießt es. Alt wird man viel zu schnell und Action-Urlaub kostet sonst viel Geld. Hier kann man es kostenlos haben.

Na, wer hat Lust mit mir mal wegzufahren? :-)

 

Gruppenfoto Sola 2007