Wenn ein Jahr sich dem Ende zuneigt, kommt Poesie und Melancholie ins Leben. Als würde es jemand einem zart zupusten. Farben werden intensiver, Klänge deutlicher, Gespräche persönlicher, Augenblicke länger, Gedanken tiefer. Ich mag dieses Jahresende. Für ein paar Tage hängt man den vergangenen Wochen und Monaten nach, reflektiert Geschehenes und Ungeschehenes, sucht Antworten auf noch offene Fragen und formuliert neue für die kommenden 365 Tage. In diesem Jahr sage ich nicht „Schon wieder ein Jahr vorbei“ – in diesem Jahr fühlt es sich eher an wie „Wow, was für ein intensives Jahr“. Ich mag dieses Gefühl. Ein Jahr, das einem Steine in den Weg und Herausforderungen in den Alltag gelegt hat, war ein gutes Jahr. Ein Jahr, das einen an die Grenzen aber auch an neue Kräfte gebracht hat, hat einen wachsen lassen. Und am Ende kehrt dann Ruhe ein. Ein Puzzle, dass ein Jahr lang zusamnmengesetzt und immer wieder geschüttelt wurde, wird mit dem letzten Teil vollendet. Alles sortiert sich. Dinge, die einen das Jahr über begleitet haben, bekommen jetzt auf einmal einen Sinn. Ich mag diesen Prozess.
Das Leben hat für jeden von uns eine Aufgabe parat. Jahr für Jahr kommt man der Erfüllung dieser Aufgabe näher – manchmal muss man auch erst einen Schritt zurück. Ich bin in diesem Jahr einen großen Schritt nach vorne gegangen. Mit Schmerzen und Zweifeln verbunden. Mit Energie und Tatendrang bestückt. Ein Jahr geht zu Ende.
Wie war euer Jahr? Höhen und Tiefen? Ziele erreicht? was seht Ihr in eurem ganz persönlichen Rückspiegel?
… ein Stöckchen von Stefan. Immer wieder schön. Man braucht keinen Jauch und keinen Kerner, zurück aufs Jahr kann man auch gut für sich und mit seinen Freunden blicken. Ich bin in diesen Tagen sehr erschrocken, wie schnell schon wieder diese 365 Tage an mir vorbeigerast sind. Ich hatte unendlich viel vor und habe wieder einmal nicht alles geschafft. Aber ich ich habe auch unglaublich viel schönes erlebt, gesehen, gehört und genossen. und das ganz oft in bester gesellschaft. danke an alle weggefährten in 2007. wenn man immer alles erreichen würde, hätte man nichts mehr über fürs neue jahr. bestes beispiel ist mein virtueller adventskalender. ich hoffe, nicht allzuviele unter euch enttäuscht zu haben, aber ich habe es beim besten willen nicht geschafft. vielleicht 2008 wieder…
so, und nun lehnt euch zurück und blickt zurück auf euer 2007. meines war so:
beste cd 2007: die ärzte – jazz ist anders
schlechteste cd 2007:hmpf. ich kauf nur, wenn ich weiß, was mich erwartet
höhö
bester film 2007: definitiv „Vier Minuten“ im freiluftkino. Hat mich sehr berührt.
schlechtester film 2007: Sorry sabine & verena
: „zusammen ist man weniger allein“. *schnarch*
schönste begegnung 2007: 35 Kinder in Holland. Und ich als Tante Kerstin
schlimmste begegnung 2007: das war so manches mal der kater am morgen
das grösste herzklopfen 2007: der moment, als ich mich zum zweiten mal in den gleichen menschen verliebt habe.
schönster job 2007: filmprojekt mit stefan. das war nicht nur spannend, sondern auch bewegend, da wir 2000km zurückgelegt haben um 6mal für einen tag ganz nah an den gedanken, ängsten und freuden fremder junger & älterer menschen heranzukommen.
blödester job 2007: der von 8 bis 17 Uhr…
coolste anschaffung 2007: ipod nano. endlich hat berlin MEINEN Sound
überflüssigste anschaffung 2007:ick koof mir ja viel zu selten wat.
beste entscheidung 2007: muss ich mich da festlegen? habe zwei: die ferienfreizeit in holland zu leiten und mit stefan zu arbeiten. beides hat mich mehr als erfüllt!
blödeste entscheidung 2007: mich so oft nicht entscheiden zu können
wichtigste gedanken 2007:wo komm ich her, wo geh ich hin, wo bin ich zuhause?
grösster schreck 2007: als ich gemerkt habe, dass meine lieblingsoma schon drei jahre tot ist und ich erst dreimal an ihrem grab war. sie fehlt auf der erde.
schönster ausflug 2007: die vulkanroute auf la palma. hmmmmm *zurückträum*
grösster traum 2007: wieder mehr zu schreiben. ich war „stets bemüht“
lieblings-buch 2007: oh gott, habe ich in diesem jahr überhaupt ein buch zu ende gelesen?
schönster moment 2007: als ich von einem hohen berg aus auf den tiefblauen atlantik geschaut habe und dabei über den wolken stand. das war freiheit.
schlimmster moment 2007: als die liebe versagt hat.
so, nun bin ich gespannt auf eure eindrücke…